Tierbeobachtung in Brasilien – Wo kann man die beste Safari machen? Brasilien Reise Pantanal. Safari, Tierbeobachtung, Wildlife… das sind die klassischen Begriffe, bei denen die meisten sofort an Afrika denken. Kaum einer kennt das Pantanal, das größte Sumpfgebiet der Erde, wo es vor Tieren nur so wimmelt und in den letzten Jahren einige Fazendas zu tollen Unterkünften für Touristen ausgebaut wurden.

Tierbeobachtung in Brasilien – Wo kann man die beste Safari machen? Brasilien Reise Pantanal

Tierbeobachtung in Brasilien – Wo kann man die beste Safari machen? Brasilien Reise Pantanal

Schon lange wollten wir unbedingt ins Pantanal reisen und dieses riesengroße Gebiet mit seiner berühmten Transpantaneira durchqueren. Allerdings musste diese Reise etwas auf sich warten lassen, da die Flüge doch recht teuer sind und wir auch deshalb nicht nur für ein langes Wochenende, sondern für circa 10 /12 Tage aufbrechen wollten. Wir haben uns nach einigen Recherchen für eine Tour in das nördliche Pantanal entschieden, welches weniger bekannt, authentischer und weniger besucht ist als das südliche Pantanal rund um Bonito. Unser Flug ging also nach Cuiabá.

Das südamerikanische Pantanal (portugiesisch für Sumpf) ist eines der größten BinnenlandFeuchtgebiete der Erde. Obwohl das artenreiche Feuchtbiotop unter Naturschutz gestellt ist und seit 2000 zum Welterbe durch die UNESCO erklärt wurde, ist es durch Industrialisierung und Rodung akut gefährdet.

Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, sich einen Guide nehmen, wenn man nicht nur 2 oder 3 Tage in einer einzigen Fazenda bleiben möchte. Wir wollten die gesamte Transpantaneira befahren und so viele verschiedene Fazendas kennenlernen wie möglich. Dazu ist ein guter Guide und ein 4×4 Fahrzeug unabkömmlich. Die Transpantaneira ist nichts weiter als ein Lehmweg („Straße“), der durch das Pantanal bis nach Porto Joffre zur Grenze der Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul führt. Man kann diesen meist nur mit Tempo 30 maximal befahren und nur die Fahrt allein kann man bereits als Safari bezeichnen. Absolut zu empfehlen sich Zeit für diese Route zu nehmen und sie bis zum Ende zu befahren!

Wo kann man die beste Safari machen? Die Transpantaneira: 145km in dem Wild und mehr als 125 Holzbrücken

Das verrückteste Erlebnis war wohl, als Julie irgendwann nach circa 2 Stunden Fahrt unbedingt eine Pipipause brauchte und wir nach einer Fazenda Ausschau hielten, wo man halten könnte. Nicht so einfach, denn eine Fazenda taucht zum Teil erst nach circa einer Stunde Fahrt wieder auf. Dann kam also endlich eine in Sicht, eher einfach, wahrscheinlich nicht für Touristen gedacht, aber es war ein Mann zu sehen und Julie hielt es auch nicht mehr länger aus. Wir stoppten und sie lief zur Fazenda. Nach ein paar Minuten erschien sie wieder vor der Fazenda und machte wilde Zeichen in meine Richtung, ich saß ja noch mit unserem Guide im Auto. Wir konnten es nicht richtig deuten, stiegen aber aus und liefen ebenfalls zur Fazenda. Was für ein Anblick, als wir uns nähern sehen wir eine riesengroße goldglänzende Anaconda auf dem Boden direkt vor der Tür zur Toilette, wo Julie eben herkam! Unglaublich, das Highlight des Tages! Was so eine Pipipause doch für Potential hat! Wahnsinn, wir haben dann zusammen mit unserem Guide diese unglaubliche Szene verfolgt, bis sich die Anaconda genug gesonnt hatte und im dichten Dickicht verschwand.

Brasilien Reise Pantanal
Brasilien Reise Pantanal

Tierbeobachtung in Brasilien

Neben Tapiren, Ameisenbären, Gürteltieren, Wasserschweinen, Schildkröten, Kaimanen, Brüllaffen, Riesenottern, Nasenbären, Kapuzineraffen, Störchen, Aras, Papageien hatten wir sogar das Glück Jaguare zu sehen. In Porto Joffre haben wir einen Tag lang ein Boot gemietet, das ist hier so üblich vom Wasser aus zu beobachten, und sind durch die verschiedenen Flussarme der Flüsse, die hier aufeinandertreffen, getuckert. Gleich am Morgen, nach circa 30 Minuten auf dem Wasser sehen wir schräg hinter uns auf einmal einen Kopf auftauchen, ein Jaguar der gerade von einem Ufer zum anderen schwimmt! Spektakulär! Sofort wendet unser Bootsfahrer das Boot und wir fahren in die Richtung des Jaguars, dieser verschwindet allerdings sofort in der dichten Vegetation. Doch wir hatten an diesem Tag das Glück auf unserer Seite, kurze Zeit später, in einem anderen Flussarm tauchen am Ufer gleich 2 Jaguare auf, Mutter und Kind, der Wahnsinn. Und dieses Mal scheint es als hätten sie sich extra für uns positioniert, wir beobachten sie circa eine halbe Stunde bei ihren Jagdversuchen und sehen zu wie die Mutter dem Jungtier das Jagen beibringen möchte. Ein unglaublicher magischer Moment. Der Tag, welcher 5 Uhr morgens begann, hatte sich bereits mehr als gelohnt und unvorstellbar, in das Pantanal zu reisen ohne dann den weiten Weg der Transpantaneira bis nach Porto Joffre auf sich zu nehmen. Auch nach dem Mittagessen in der Fazenda erleben wir am Nachmittag noch einen wunderschönen Sonnenuntergang und trauen uns sogar einmal aus dem Boot raus, wo wir ganz frische Jaguarspuren im Sand untersuchen. Natürlich ist aussteigen nur mit Reiseleiter möglich und man sollte weder zu weit vom Ufer weg noch auseinandergehen. Der Tag war einfach fantastisch. Selbst in der Fazenda stehen überall Schilder, dass man nach 22 Uhr nicht mehr allein durch das Gelände laufen sollte. Wir sind mitten im echten freien Wildlife!

Brasilien Reise Pantanal
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Auch die Rückfahrt auf der Transpantaneira gestalten wir nach dem gleichen Prinzip, in mehreren Etappen, wobei wir diesmal andere Fazendas nutzen als auf der Hinreise, um so viele verschiedene Eindrücke wie möglich mitzunehmen. Außerdem, so unglaublich es erscheint, sind die Fazendas meist so weit auseinandergelegen, dass tatsächlich auch die Fauna bereits wieder anders ist, sobald man in die Gegend der neuen Fazenda kommt. Und somit nehmen wir die größtmögliche Anzahl an verschiedenen zu beobachtenden Arten mit. So kommt es, dass wir diesmal auch auf einer Fazenda landen, wo früh morgens gegen 5 Uhr rund um das Haupthaus auf hohen Bäumen mehrere Paare blauer Aras sitzen, was für ein Anblick! Sie sind einfach wunderschön, wir haben sie vorher bereits über uns wegfliegen sehen, aber noch nicht aus dieser Nähe und dieser Vielzahl.

Tierbeobachtung in Brasilien – Wo kann man die beste Safari machen? Brasilien Reise Pantanal

Wo kann man die beste Safari machen?

Zum Schluss, als wir eigentlich als Ziel hatten, wieder nach Poconé zu kommen, die erste richtige Stadt am Anfang der Transpantaneira, erleben wir noch eine abenteuerliche Überraschung. Es hatte in der Nacht etwas geregnet und die „Straße“ war nun mehr ein Schlammweg als alles andere. Dennoch kamen wir sehr gut mit unserem Jeep und dank des erfahrenen Guides voran. Oftmals wird der Weg aber durch Brücken unterbrochen, um die darunterliegenden Flussarme und deren Bewohner zu schützen. Diese sind sehr einfach aus Holz gebaut, was nun einem LKW, der schwer beladen Baumaterialien transportierte, zum Verhängnis wurde. Wir sehen schon von weitem ein Hindernis, können jedoch aufgrund des Regens nicht erkennen, um was es sich handelt. Als wir näher kommen sehen wir den LKW der mitten in der Brücke feststeckt, ein Teil der Brücke ist eingebrochen und da stecken nun die Räder fest und er hängt bedrohlich schief auf der einen Seite herunter. Der Fahrer ist ausgestiegen, ihm ist nichts passiert, und telefoniert hektisch herum. Ein vorbeikommen für uns ist unmöglich und unter der Brücke steht mindestens metertiefes Wasser und einige Kaimane tummeln sich darin. Eine absolut filmreife Szene! Und nun?

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Erlebnisreise Pantanal – Dumm gelaufen 🙂
Wo kann man die beste Safari machen

Brasilien Reise Pantanal

Unser Guide erklärt uns, dass so eine Situation schon mal ein bis zwei Tage dauern kann, da die Entfernungen hier enorm sind und es einen Traktor sowie das richtige Material braucht, der den LKW rauszieht. Außerdem müsste es etwas weniger regnen. Inzwischen steht auch auf der anderen Seite der Brücke ein Jeep und alle Einheimischen Fahrer und Guides beraten sich, was man tun könnte. Nach einigen Diskussionen entscheidet unser Fahrer, dass er den Versuch wagt mit dem Jeep durch das Wasser unter der Brücke zu fahren. Er hat zu Fuß eine freie Stelle ohne Kaimane ausfindig gemacht. Wir sollen dann oben über die noch ganzen Holzbalken der einen Brückenseite laufen. Wir fühlen uns wie die Hauptdarsteller im Abenteuer, die ganze Reise war bereits so aufregend und nun noch diese skurrile Szene zum Ende, das Pantanal lohnt sich für all diejenigen, die Lust auf echte Natur und Erlebnis haben, hier passiert alles frei und spontan. Nach 10 Tagen in freier Natur fühlt es sich richtig komisch an, als wir abends in unserem Hotel in Cuiabá einchecken und wieder in der Zivilisation sind. Diese Reise war und bleibt unvergesslich!

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