Wie alle Europäer träumte auch Jule davon, einmal die Lunge der Welt, den Amazonas, kennen zu lernen. Bekannt war ihr vor allem die Stadt Manaus, von der man wohl in Europa am ehesten hört, wenn vom Amazonas die Rede ist. Witzig finde ich auch, dass in der deutschen Sprache nur der eine Begriff AMAZONAS für den Bundesstaat, den Urwald sowie auch für den Fluss benutzt wird. Am Anfang führte das oft zu Missverständnissen zwischen uns, denn in Portugiesisch hat jedes Element seinen eigenen Namen: der Bundesstaat ist der Amazonas, der Regenwald jedoch heißt Amazonia und der Fluss wird als „Rio Amazonas“ bezeichnet. Der Regenwald, also der Amazonia, ist nämlich nicht nur im Bundesstaat Amazonas zu finden, sondern zieht sich über mehrere Bundesländer und sogar über andere angrenzende Länder wie beispielsweise Peru, Venezuela und Kolumbien. Gut, so viel zur Geografie, aber da ist mir als Brasilianer etwas Genauigkeit schon wichtig J Der Amazonia ist also riesig und es gibt natürlich nicht nur Manaus. Diese Stadt ist am bekanntesten, was wahrscheinlich daherkommt, dass hier das wirtschaftliche Zentrum des Amazonasgebietes ist. Sobald man die Stadt verlässt, kommt man in den Regenwald, wo es jegliche tolle Aktivitäten gibt, jedoch überzeugte ich Jule für unsere erste Amazonia-Reise zu einem anderen Ziel: Santarem & Alter do Chao.  


Santarém liegt auf einer Fläche von 28.058 Quadratkilometern etwa in der Mitte zwischen Manaus im Westen und Belém Osten im Bundesstaat Pará. Der Rio Tapajós mündet bei Santarém in den Amazonas.

Santarem besitzt genau wie Manaus und Belem auch einen Flughafen und die Verbindung von Sao Luis ist gut. Vorteil ist, dass diese Region etwas weniger bekannt ist und somit meist weniger besucht und es gibt in den Monaten von Juli bis Dezember tolle Flussstrände, die durch die Trockenzeit entstehen. Alter do Chao selbst ist ein kleiner Ort direkt am Flussufer gelegen und von hier starten die meisten Touren, aber es lohnt sich ebenfalls auch hier noch einen oder mehrere Tage zu verbringen. Der Strand ist der traumhaft, er gehörte sogar schon zu den schönsten Stränden Brasiliens. Wie ja schon aus unseren anderen Posts bekannt ist, liebt Jule Strände und somit noch ein Grund mehr hierher zu kommen.

Brasilien schönste Strände – Alter do Chão – Santarém

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Unser Vorhaben war diesmal eine 3tägige Bootstour auf dem Rio Tapajos, wir wollten mal wieder soweit wie möglich weg von den anderen Touristen und fanden deshalb die Idee, auf dem Boot zu wohnen, hervorragend. Es handelt sich um typische lokale Holzboote mit einfachen Zimmern, einer Dusche und einem Deck, wo entspannt, gegessen und beobachtet wird. Zur Crew gehören lediglich der Kapitän, eine Köchin und der Reiseleiter, alles komplett privat nur für uns! Das Boot hat noch ein kleines Kanu dabei, mit dem man in die kleinen Flussarme fahren kann oder mit dem wir einen Abend auch eine Nachtbeobachtung der Kaimane gemacht haben. Das „große“ Boot ankert und bleibt über Nacht an einem festen Platz in freier Natur. Dadurch wurden wir zum Beispiel einen Morgen um 5 Uhr von Papageien geweckt und sind natürlich sofort hoch aufs Deck um das Spektakel zu beobachten. Auch Brüllaffen haben uns den einen Tag nachmittags angelockt und wir haben dann den Rufen nach geankert, sind ins Kanu gestiegen und an Land gefahren, um diese zu beobachten. Das war ein tolles Erlebnis, nur wir und die Natur, keine anderen Touristen, nur unser Kanu lag einsam und allein am Ufer.

Vogelbeobachtung in Brasilien – Amazonas


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Ein anderer ebenfalls ganz besonderer Ausflug war eine 5stündige Wanderung durch dichten Regenwald, immer unserem Reiseleiter hinterher (man kann sich hier binnen Minuten verirren so dicht ist die Vegetation!) bis zu den sogenannten Mammutbäumen. Es handelt sich um riesige gigantische Bäume, um dessen Stämme es zwischen 20 und 50 Personen braucht, um diese zu umrunden! Unfassbar! Auf dem Weg dahin haben wir neben unzähligen exotischen Vogelarten und Heilpflanzen auch eine Vogelspinne und eine Jararaca-Lanzenotter, auf die Jule beinahe draufgetreten wäre. Diese Otter ist hochgiftig, von daher die Notwendigkeit lange Hosen und richtige Wanderboots anzuhaben. Sie war so gut im Laub und der Erde getarnt, dass man sie kaum auf dem Weg erkannt hat, erst in der letzten Sekunde, bevor Jule ihren Fuß aufsetzte. Was für ein Schreckmoment! Es lohnt sich bei so einer Wanderung im Regenwald die Augen überall zu haben, denn es gibt einfach immer was zu entdecken.

Brasilien Regenwald – Wandern im Amazonas

Neben den Tieren ist hier im Amazonasregenwald vor allem auch die Flora hochinteressant. Es gibt quasi eine Pflanze für alles, wenn man hier wohnt, hat man die Apotheke direkt vor der Nase. Ein Indianer der Munduruku erzählt uns, wie die Pflanzen genutzt werden, wie man sie zubereitet und gegen welche Schmerzen sie helfen. Es ist unmöglich sich alles zu merken, wir sind nur noch am Staunen. Nach Rückkehr dieser erlebnisreichen Wanderung wartete schon ein leckeres Mittagessen auf uns, was die Köchin des Bootes in unserer Abwesenheit gezaubert hat. Und statt an Deck essen wir dieses Mal mit den Füßen im Wasser an einem einsamen kleinen Flussstrand, wie so oft auf unseren Reisen fühlen wir uns mal wieder wie im Paradies. Dazu gibt es eine Caipirinha, was es uns noch leichter macht in den Hängematten auf Deck einzuschlafen während unser Schiff am letzten Nachmittag zurück in Richtung Santarem tuckert.


Brasilien Kreuzfahrt – beste Amazonas Tour


Amazonas typische Kreuzfahrt -Tapajós Fluss

Ein weiteres Muss auf dieser Reise ist, mindestens einen Tag in Santarem zu verbringen. Es handelt sich um eine Großstadt, welche sich aber absolut lohnt: das bunte Treiben am Hafen, der authentische Markt mit seinen typisch lokalen Produkten, exotischen Früchten und hunderten verschiedenen Fischarten der Amazonia-Region. Von diesem Markt aus kann man mit etwas Glück direkt die bekannten rosa Flussdelphine beobachten, die als Symbol des Amazonas stehen.

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Auch hier kann man das „Treffen der Wasser“ wo die Flüsse, der Rio Amazonas und der Rio Tapajos zusammentreffen, sehen. Nicht weit weg befindet sich die Anlegestelle der Boote, um den Ausflug mit Motorboot zur Flussmitte zu machen, wo sich die Gewässer der Flüsse treffen und sich wegen unterschiedlich schneller Geschwindigkeiten nicht vermischen, sondern farblich abgesetzt nebeneinanderher fließen. Wirklich beeindruckend, sollte man unbedingt gesehen haben!

Die Mischung aus 3 Tagen an Bord und ohne andere Menschen in purer Natur zusammen mit den Tagen in Alter do Chao und dem Ausflug nach Santarem war wirklich perfekt. Die Bootstour war eine unglaubliche Erfahrung, ich glaube ein intensiveres erstes Amazonaskennenlernen hätten wir nicht haben können. Erst jetzt ist uns die Dimension dieses Gebietes so richtig bewusstgeworden und eins ist sicher, im Amazonasregenwald waren wir nicht das letzte Mal.

Fotos in diesem Beitrag von Gil Serique

2 Comments

  1. roth malgorzata

    18. Juni 2019 at 8:14

    ganz schöne Tour von Brasilien aus. wir haben letzten Dezember eine 5 tägige Tour von Leticia aus in Columbiem gemacht u habe Touren in Amazonien auf der peruanischer Seite gemacht.
    Jetzt fehlt uns noch die brasilianische Seite der Amazonien.
    viele Grüsse aus München

    Reply
    • Phylipi

      18. Juni 2019 at 14:24

      Hallo Roth, danke für das Kommentar. Und ja, wenn man über den Amazonien spricht, wird es immer einen Besuch hier oder da noch fehlen 😉 . Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wenn Sie Ihrer nächster Urlaub nach Brasilen planen. Viele Grüsse aus Dresden 🙂

      Reply

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